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Die Gründung im Jahre 1902/1903
Aufgrund der vielen Brände, die sich in Wellesweiler in den Jahren 1900 bis 1902 ereigneten, meldeten sich zahlreiche Bürger aus Wellesweiler nach dem damaligen Aufruf des Bürgermeisters um eine eigene Wehr zu gründen. Am 01. März 1902 wurde dann die Wehr im Gasthaus Dorst gegründet. Der Gründungsmitgliederbestand betrug 36 Mann. Erster Brandmeister in Wellesweiler wurde der Gastwirt Dorst, sein Stellvertreter der Schreinermeister Karl Rohrbach. Als erstes Gerätehaus wurde das Gemeindehaus in der Eisenbahnstrasse genutzt, wo die Gerätschaften, bestehend aus Löscheimern, einer Holzleiter, sowie einigen Äxten und Beilen, gelagert wurden. Alarmiert wurden die Feuerwehrmänner mit dem Geläute der Kirchenglocken.
Die im vorigen Jahr gegründete Feuerwehr traf sich nun im Jahre 1903 am 13. Januar im Dorst’chen Lokal unter dem Vorsitz von Brandmeister Dorst. In dieser von 30 Mitgliedern besuchten Veranstaltung wurden die „Satzungen für die Freiwillige Feuerwehr zu Wellesweiler“ bekannt gegeben.


Die Jahre 1904 bis 1952image001 Die Uniformierung wurde im Jahre 1904 durchgeführt. Sie bestand aus Uniformrock, wollenem Tuchgurt sowie Feuerwehrhelm. Im Jahre 1908 baute die Gemeinde für die Wehr ein eigenes Gerätehaus. Der sogenannte „Bockstall“ befand sich dort neben dem Anwesen des heutigen „Gasthauses Rohrbach“ zur Bahn zu. Nachfolger von Brandmeister Dorst wurde 1910 der Schreinermeister Rohrbach. Im Jahre 1919 zählte die Wehr 46 Personen. 1921 übernahm dann Wagnermeister Schiestel die Führung der Wehr. Nach der Eingliederung der Gemeinde Wellesweiler am 01.04.1922 in den Stadtverband Neunkirchen stellte die bisher selbständige Wehr einen Löschzug der Gesamtwehr Neunkirchens dar. Mit der Führung des Löschzuges ab 1934 wurde der Fördermaschinist Friedrich Meng beauftragt.
Eine Neuuniformierung des Zuges erfolgte im Jahre 1936. Im Jahre 1937 kam zu den bereits vorhandenen Löschgeräten eine fahrbare Motorspritze hinzu. Erst 1949 erhielt der Löschzug einen Personenwagen „Adler“ zum Transport der Mannschaft. Die Alarmierung erfolgte mittels elektrischer Sirenen, wovon eine auf dem neuen, die andere auf dem alten Schulhaus aufgestellt war. Der Mitgliederstand unter der Führung von Friedrich Meng zum 50jährigen Jubiläum 1952 betrug 35 Aktive und 8 Ehrenmitglieder.


Die Jahre 1953 bis 1978image002 Ab 1953 führte Karl Moser den Löschbezirk. Dieser wurde 1958 von Oskar Fuchs abgelöst. Nach dessen unerwarteten Tod 1968 wurde die Leitung des Zuges an Richard Eberhard übertragen. 1966 gehörten dem Löschzug 35 Aktive und 17 Ehrenmitglieder an.
In den 50er und 60er Jahren musste die Wellesweiler Feuerwehr zu mehreren Bränden an der „Haseler Mühle“ und der Firma „Petro-Carbona“ am Kraftwerk ausrücken. Auch die Hochwassereinsätze an der Blies häuften sich, so dass der Löschzug im Jahr 1953 ein Fahrzeug LF-8 der Marke Citroen erhielt, welches im Jahr 1966 beim Bezug des neuen Gerätehauses in der Schulstraße (heute: Ernst-Blum-Straße) durch ein LF-15 Mercedes ersetzt und durch ein TLF-8/8 Unimog ergänzt wurde. Auch die persönliche Schutzausrüstung wurde im gleichen Jahr durch die Beschaffung von neuen Schutzanzügen für alle Feuerwehrmänner verbessert.
Seit Mitte der 70er Jahre hatte man drei Sirenen zur Alarmierung in Benutzung, eine auf dem alten Schulgebäude, die zweite auf der Platt und die dritte in der Bergstraße. Von Jahr zu Jahr stieg mit der industriellen Besiedlung rund um Wellesweiler die Brandlast, so dass 1975 die ersten Atemschutzgeräte zur Schutzausrüstung hinzukamen. 1976 musste der Löschzug zu einem Großbrand im Holzlager der Firma Metzger (Spieser Höhe in Neunkirchen) und bei einer Serie von Waldbränden ausrücken.
Durch den mehrfach anstehenden Abriss des bisherigen Gerätehauses begann man immer wieder an die Planung eines Neubaus zu denken. Dieser wurde dann 1978 mit viel Eigenleistung der Feuerwehrmänner begonnen. Altersbedingt wurde das bisherige Fahrzeug LF-15 durch ein moderneres Fahrzeug LF-8 Magirus ersetzt.


Die Jahre 1979 bis 1993
1979 wurde dann der Gerätehausneubau „Am Ochsenwald“ (heute Berthold-Günther-Platz) eingeweiht. Der bisherige Unimog TLF 8/8 wurde im Jahr 1980 durch das Tanklöschfahrzeug TLF-16/24 der Marke „UNIC“ und dieses wiederum durch ein TLF-16/25 Mercedes in den Folgejahren ersetzt. Erst im Jahr 1991 konnte der Löschzug Wellesweiler erstmalig ein gänzlich neues Fahrzeug einweihen, ein TLF-16/25 Mercedes. Die Alarmierung durch Sirenen wurde seit Ende der 80er Jahre immer mehr durch den „Stillen Alarm“ mit Funkmeldeempfängern ersetzt.
1987 wurde der Löschzug Wellesweiler im Rahmen der Reorganisation der Feuerwehr Neunkirchen eigenständiger Löschbezirk in der Stadt Neunkirchen. Zu gleicher Zeit legte der bisherige Löschzugführer Eberhard sein Amt aus Altersgründen nieder und Werner Fuchs übernahm die Leitung des „neuen“ Löschbezirkes Wellesweiler. Die Mitgliederzahl betrug nun 31 Aktive und 6 Alterswehrmitglieder. Im Jahr 1988 wurde dann die Jugendfeuerwehr in Wellesweiler mit 21 Mitgliedern gegründet.image003
Die Einsätze und die Aufgaben der Wellesweiler Feuerwehr im Umweltschutz nahmen von Jahr zu Jahr weiter zu. Die Feuerwehrmitglieder mussten Schweröl auf der Blies bekämpfen (1983), wurden zu Sturmschäden (Vivien und Wiebke, 1990), und zu Chemikalienunfällen (Spedition Elsen, 1993) gerufen. Nicht zu vergessen neben vielen Ölspuren und Verkehrsunfällen sind natürlich die größeren Brände in der Industrie wie der Brand der Lackierung der Fa. „Auto Bäcker“ (1984), in der Fa. Columbus (1985), im Reifenlager der Fa. Vergölst (1993) und der Hochwassereinsatz bei der Fa. Eberspächer in Neunkirchen (1993). Die schlimmsten Einsätze im Privatbereich hatte der Löschbezirk in dieser Zeit mit der Gasexplosion in der Bgm.-Regitz-Straße (1982) und dem Brand in der Eisenbahnstraße (1992) zu bewältigen, bei denen leider auch Menschenleben zu beklagen waren.



Die Jahre 1994 bis 2003
Im Jahr 1994 erhielt das Gerätehaus einen Anbau der Fahrzeughalle, der für ein drittes Fahrzeug, zunächst ein Schlauchwagen SW-1000 und später ab 1996 ein Rüstwagen RW-1 für den „Technische Hilfeeinsatz“ Platz bot. Als Ersatz für das bisherige LF-8 erhielt der Löschbezirk 1995 sein heutiges LF-8/6. Als bisher letzte Umbaumaßnahme des Gerätehauses wurde 1999/2000 ein neuer Schulungsraum mit Küche und Büro aufgestockt.
Seit 1995 führt Franz-Josef Kuhn den Löschbezirk an. Zu den größeren Einsätzen dieser Zeit gehörten der Werkstattbrand bei der Fa. Schneider, Eifelstraße (1995), der Brand der Schuhmacherwerkstatt Dunsee (1998), mehrere größere Brände bei den Firmen Columbus (1996, 1997, 2000), Eberspächer (1997, 1999) und Fibertech (1998) und zwei Explosionen bei der Fa. Seiba (2000, 2002). Im Privatbereich mußte der Löschbezirk zu den Dachstuhlbränden in der Eifelstraße (1998) und Rettenstrasse (2001) und einem Wohnungsbrand in der Winterfloßstraße (2002) ausrücken. In der technischen Hilfe häuften sich die Einsatzfahrten zu Hochwasser- (1995, 1998, 2002) und Sturmeinsätzen (1999). Auch einige schwere Verkehrsunfälle insbesondere im Bereich Rombachaufstieg (Ostermontag 1998, mehrere Schwerverletzte) und Autobahnzubringer (umgestürzter LKW 1997 und 2000) fielen ins Aufgabengebiet des Löschbezirkes.